Stimmstörung bei Patient mit Trachealkanüle?

Ich habe mal eine Frage bezüglich der Stimmbehandlung bei Patienten mit Trachealkanülen. Mein Patient ist tagsüber nicht geblockt, er isst bei ungeblockter Kanüle. Die Stimmgebung ist eigentlich recht gut, aber er wünscht sich eine noch bessere Lautstärke und deutlichere Stimme. Hast du einen guten Ansatz um bei Trachealkanülen Patienten an der Stimme zu arbeiten? Schlucken ist weiterhin gut. Er trinkt mit dem Strohhalm.

Antwort

Die Stimmgebung ist durch eine liegende Trachealkanüle eigentlich immer „dünn“, oft kraftlos und meist heiser. Das liegt zum einen daran, dass die Trachealkanüle ja einen Großteil der Trachea ausfüllt, auch wenn die Kanüle entblockt ist; aber auch daran, dass die Kehlkopfbeweglichkeit mechanisch eingeschränkt ist. Außerdem verändert sich die Atmung erheblich, wenn Patienten nicht regelmäßig mit Sprechaufsatz versorgt werden können. Die Atemmuskulatur wird schwächer.

Wenn dein Patient aber schon isst und trinkt, dann würde ich eher der Frage nachgehen, warum er denn überhaupt noch eine Trachealkanülen haben muss. Eine bildgebende Schluckuntersuchung kann helfen, die Notwendigkeit einer Trachealkanüle zu objektivieren: FEES oder Videofluoroskopie sollten die Untersuchungsmethoden der Wahl sein. Solche Schluckuntersuchungen werden in Kliniken und Dysphagiezentren oft durchgeführt.

Wenn du dich selbst im Umgang mit Trachealkanülen sicher fühlst, würde ich mit den behandelnden Ärzten über passagere Dekanülierung sprechen. Also darüber, im Rahmen der Therapie die Kanüle ganz zu entfernen und das Tracheostoma mit Kompressen zu verschließen. In der Zeit kannst du dann viel besser Stimmtraining mit deinem Patienten durchführen und an der Atmung arbeiten. Am Ende der Therapie legst du die Kanüle wieder ein. Voraussetzung ist, dass dein Patient ein plastisch angelegtes Tracheostoma besitzt.

Alternativ bietet sich eine Trachealkanüle mit Siebung oder Fensterung an. Bei einer solchen Kanüle kann Luft bei der Exspiration mit Sprechaufsatz auch durch die TK geleitet werden.

Grundsätzlich sollten die Therapieinhalte also nach meiner Meinung folgende sein:

  • Wahrnehmung im Pharynx und Larynx verbessern,
  • Atem-Arbeit,
  • Eruieren, ob Trachealkanüle weiter indiziert ist
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