Speisereste am Tracheostoma?

„Ein Patient mit einer ungeblockten Sprechkanüle klagt darüber, dass teilweise Nahrung neben seiner Kanüle aus dem Stoma läuft. Er hat ansonsten gar keine Probleme, weder beim Schlucken, noch mit Aspiration etc. Wie kann ich da helfen?“

Tracheostoma

Sie schreiben dass der Patient nicht aspiriert. Aber Sie schreiben auch, dass Speisereste aus dem Tracheostoma kommen.

Das passt nicht zusammen!

Wenn Speisereste an der Trachealkanüle, im Tracheostoma oder um die TK-Einstichstelle herum zu finden sind, ist das der beste Beweis für Aspiration. Wenn Sie mit „der Patient hat keine Probleme mit Aspiration“ meinen, dass der Patient bei der Nahrungsaufnahme nicht hustet, dann könnte man von stiller Aspiration ausgehen, was ungleich gefährlicher ist.

Speisereste im Tracheostoma sind ein Beweis für Aspiration!

Um an dieser Stelle den Patienten optimal beraten zu können, sind weitere Befunde dringend notwendig. Mindestens ein bildgebendes Verfahren sollte angewandt werden: VFS oder FEES. Nur so kann man erkennen, an welcher Stelle in welchem Bereich es zur Aspiration kommt und überprüfen ob kompensatorische Schluckmuster effektiv sind. Mögliche Schluckmuster wären hier Chin-tuck, Mendelson-Manöver oder super supraglottisches Schlucken.

Wie gesagt, welches dieser Manöver bei Ihrem Patienten erfolgreich sein kann, lässt sich nur mit einer Bildgebung eruieren.

Ein paar grundsätzliche Worte zu Aspiration bei der Nahrungsaufnahme im häuslichen Umfeld: Im Vergleich zu einer Klinik, in der Aspiration grundsätzlich als Problem gesehen werden muss, kann eine gewisse Menge an aspirierter Nahrung im häuslichen Umfeld sicher toleriert werden. Wichtig ist dabei, typische Anzeichen für Pneumonien im Blick zu behalten. Solange sich keine Hinweise auf eine Pneumonie ergeben und die Bronchialtoilette mit Hilfe von Absaugen und häufigen TK-Wechseln durch die Patienten selbst oder Angehörige sicher gestellt ist, würde ich Aspiration in kleinen Mengen ignorieren.

Das passt:  Unvollständig verschlossenes Tracheostoma - was ist zu beachten?

Wenn Ihr Patient aber bereits die Situation beklagt, dann wird es höchste Zeit mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens die Schwierigkeiten zu lokalisieren und dann etwas dagegen zu tun. Logopädische Therapie kann genau dies leisten.

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