Hat ein Zungenpiercing Einfluss auf die Sprachentwicklung?

„Ich bin Erzieherin und frage mich, ob ein Zungenpiercing für die Sprachentwicklung meiner Kinder schädlich ist.“

Antwort

Eine interessante Frage, allerdings würde ich sie für die Antwort gern ins positive umformulieren. Denn eine viel bessere Frage wäre, was für die Sprachentwicklung förderlich ist.

Aber zu Beginn die Antwort, dass ein Zungenpiercing einer Logopädin, einer Mutter oder einer Erzieherin definitiv keinen schädlichen Einfluss auf die Sprachentwicklung von Kindern in Therapie, Kindern oder anderen Schutzbefohlenen hat.

Sprachförderung

Damit sind wir aber bei der Frage, was denn nun für die Sprachentwicklung von Kindern förderlich ist. Die Antwort ist so einfach wie schwierig. Es sind gute Vorbilder und ein Umfeld, dass zur Benutzung von Sprache anregt. Der junge Mensch muss Lust haben, seine Sprache zu entdecken, sie zu entwickeln und das ist einem Umfeld, dass ihm die nötigen Vorbilder liefert.

Hier die zehn besten Tipps, um Kindern – den eigenen oder anvertrauten – ein genau solches Umfeld zu bieten:

1. Der Start ist nonverbal.
Achten Sie, daher auf die Körpersprache des Kindes! Wenn das Kind etwas anschaut oder zu erreichen versucht, dann ist das Kommunikation. Unterstützen Sie dies in dem Sie über den Gegenstand sprechen, den das Kind sieht: „Ah, du möchtest den Ball haben!“

2. SprachFREUDE
Zwingen Sie das Kind nicht zum Sprechen! Vermeiden Sie Aufforderungen wie „Sag‘ Oma!“. Es ist wichtig, dass ein Kind positive Erfahrung mit Kommunikation macht. Seien Sie ein Sprachvorbild und sagen das, was das Kind aktuell selbst sagen könnte: „Schau mal, da ist Oma!“.

3. Interaktion
Nehmen Sie sich jeden Tag Zeit mit dem Kind gemeinsam zu lesen und Bilderbücher anzuschauen. Benennen Sie alles, was Sie sehen und ermuntern Sie das Kind alle Dinge zu zeigen, die Sie sagen. Bücher in denen sich die Bilder und Wörter wiederholen sind dafür gut geeignet.

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4. Singen macht Spaß
Seien Sie lustig! Singen Sie Lieder. Bei Liedern, die das Kind gut kennt, können Sie immer mal wieder ein Wort auslassen – jedes Kind wird anfangen, die Wörter mitzusingen und die Lücken zu füllen.

5. lernen aus Fehlern
Wenn Sie ein Kind nicht richtig verstanden haben, begrenzen Sie die Auswahl an Möglichkeiten. Das Kind wird weniger Stress haben und sich mehr auf die Sprache konzentrieren können, wenn Sie in so einem Fall zum Beispiel nur zwei Gegenstände zeigen und fragen „möchtest du den Ball oder den Bären?“.

6. Handeln und Sprechen
Reden Sie mit dem Kind über die Dinge, die Sie gerade tun. Geben Sie dem Kind dabei die Möglichkeit, das Gesagte zu wiederholen oder zu antworten.

7. Eins nach dem anderen
Achten Sie auf die Reihenfolge in Ihren Aussagen. Sagen Sie „erst müssen wir essen, dann können wir spielen“ und nicht „wir spielen nach dem Essen“. Und bleiben Sie dann bitte konsequent und spielen auch wirklich nach dem Essen.

8. Benutzen Sie Bilder!
Machen Sie Fotos von Ereignissen des Tages, vom Besuch bei den Großeltern, vom Besuch im Park, dem Ausflug in die Eisdiele… um mit dem Kind darüber zu reden. Erstellen Sie Fotoalben und nutzen Sie diese wie ein Bilderbuch.

9. Sprache ist überall
Denken Sie daran: Sprache begegnet jedem Kind immer und überall. Setzen Sie ein Kind auch immer der Sprache aus, auch wenn es manche Dinge vielleicht noch nicht verstehen kann. Wenn Sie mit einem Kind unterwegs sind, beschreiben Sie was Sie sehen und stellen Fragen. „Ich sehe einen Hund! Wie macht ein Hund?“

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10. Sprache ist einfach
Machen Sie es sich und dem Kind nicht zu kompliziert. Die einfachsten Dinge und Spielsachen können mit Sprache in Verbindung gebracht werden. Seifenblasen, spielen mit einem Ball oder im Sandkasten. Alles kann die Entwicklung der Sprache des Kindes unterstützen, ganz einfach in dem Sie darüber reden.

Fazit

Es ist also einfach, die Sprachentwicklung zu unterstützen, aber es ist auch schwierig, das immer so konsequent durchzuhalten. Da gilt es anzusetzen. Gute Sprachförderung hat nichts mit Piercings, Hautfarbe oder Kleidergröße zu tun, sondern mit Respekt dem Kind gegenüber und dem Wissen um seinen Wissenshunger. Sprache fördert man mit Sprache. Punkt.

In den Kommentaren freue ich mich auf weitere Tipps zur Sprachförderung.

Übrigens ist ein Zungenpiercing auch kein Hinderungsgrund Logopädin zu werden!

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