Was ist der „Zungenstempel“?

In der Medizin und im medizinischen Teilgebiet Logopädie begegnen einem lustige Begriffe. Einer davon ist „Zungenstempel“.

Was sind ein Zungenstempel?

Der Zungenstempel

Der Begriff Zungenstempel taucht in unterschiedlichen Zusammenhängen auf. Wenn man sich mit Logopäden unterhält oder sie konkret nach dem Zungenstempel fragt, bewegen sich die Antworten allesamt im Bereich der myofunktionellen Störungen. Sie beschreiben das Ansaugen der Zunge an den Gaumen. Eine Übung aus dem Konzept „Myofunktionelle Therapie von Anita Kittel.

Ganz falsch liegen die befragten Logopäden damit nicht. Aber um den Zungenstempel zu erklären, reicht das bloße Ansaugen der Zunge an den Gaumen nicht aus.

Der Begriff stammt aus der funktionellen Betrachtung des Schluckaktes und bezeichnet die Stempelwirkung der Zunge. Die Bewegung der Zunge nach dorsal in Kombination mit der Pharynkontraktion im Übergang von der oralen in die pharyngeale Phase des Schluckaktes ist gemeint.

Der ZungenstempelEinfach erklärt ist eine der Aufgaben der Zunge beim Schlucken, den Speisebrei (Bolus) in den Pharynx zu befördern. Sie hat ebenfalls die Aufgabe, den Mundraum nach hinten zu verschließen, damit sich im Pharynx der Druck erhöhen kann. Diese Aufgaben erledigt die Zunge, in dem sie eine „Wellenbewegung“ vollführt und am Ende angespannt mit ihrem hinteren Teil am weichen Gaumen verbleibt.

Der Druck durch die Stempelwirkung der Zunge und der Kontaktion des Pharynx kann Flüssigkeiten bis in den Magen spritzen.

Quelle

Mundhöhle und Pharynx, A. Berghaus, Klinik für HNO, Ulm; S. 9.

Antworten sind da, um geteilt zu werden!Email this to someone
email
Share on Tumblr
Tumblr
Share on Facebook
Facebook
Share on Google+
Google+
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on LinkedIn
Linkedin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.