Schluckuntersuchung bei liegender Magensonde, was muss ich beachten?

Im Forum auf www.logo-ausbildung.de wurde eine Frage gestellt, die interessant ist für alle, die sich mit der klinischen Schluckuntersuchung beschäftigen.

Was muss ich bei einer Schluckuntersuchung bei liegender Magensonde beachten? Wie führe ich die Diagnostik in so einem Fall am besten durch?

Magensonden

Es gibt verschiedene Arten von Magensonden. Solche, die über die Nase bis in den Magen vorgeschoben werden (nasogastrale Sonden) und Sonden, die direkt durch die Bauchdecke in den Magen eingesetzt werden (PEG). Daneben besteht noch die Möglichkeit, durch eine PEG eine weitere kleinere Sonde bis in den Dünndarm zu platzieren (PEJ).

Nasogastrale Sonden

Die Magensonde (siehe Titelbild) wird über das Nasenloch, durch die Nase, über den Rachenraum, entlang der Speiseröhre bis in den Magen gelegt. Eine Narkose ist bei der Anlage nicht nötig, hilfreich ist aber ein wasserlösliches Gleitmittel. Eine kontinuierliche Gabe von Sondenkost sollte nur unter medizinischer Überwachung durchgeführt werden, eine Bolusgabe kann direkt nach Anlage gestartet werden. Vor jedem weiteren Bolus sollte die korrekte Lage der nasogastralen Magensonde kontrolliert werden.

Eine Nasensonde ist nur für die kurzfristige Ernährung des Patienten gedacht, da sich durch die liegende Sonde im Rachenraum der Schluckreflex abbauen kann. Bei längerfristigere Ernährung über eine Ernährungssonde wird in der Regel die Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) empfohlen.

PEG

Die PEG (Perkutane endoskopische Gastrostomie) bezeichnet die Anlage einer Magensonde zur künstlichen Ernährung direkt durch die Bauchdecke in den Magen. Am besten erklärt die Anlage dieser Film:

PEJ

Bei einer PEJ wird durch die PEG eine dünnere Sonde vorgeschoben, die dann bis im Dünndarm platziert wird. Eine solche Versorgung im Rahmen der künstlichen Ernährung ist immer dann hilfreich und sinnvoll, wenn Patienten mit einer PEG zu Erbrechen neigen oder einen starken Reflux haben. Durch die Applikation der Sondenkost direkt in den Dünndarm, wird das Risiko von Erbrechen drastisch gemindert, da der Magen selbst nicht mehr mit Sondenkost gefüllt wird. Medikamente, die nur im Magen aufgenommen werden können, können durch die PEG weiter gegeben werden.

Schluckuntersuchung

Im Rahmen der logopädischen Therapie sollte regelmäßig eine Schluckuntersuchung durchgeführt werden. Es gibt neben der klinischen Schluckuntersuchung auch bildgebende Verfahren.

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Bei einer liegenden nasogastralen Sonde ist die Durchführung einer FEES/VEES schwierig. Die flexible Optik wird durch die Nase geführt und auch wenn unsere Patienten zwei Nasenlöcher haben, ist der Platz in der Nase durch die Ernährungssonde weitgehend belegt. Es ist eine erhebliche Belastung für Patienten. Allerdings gibt es auch Logopäden und Ärzte, die das Laryngoskop an der Nasensonde entlang bis in den Pharynx führen. Je nach anatomischer Größe der Nase ist dies möglich, aber ich empfehle, das vorher in einem Selbstversuch einmal zu probieren.

Für den Patienten weniger belastend wäre es, eine VEES durchzuführen, wenn die Nasensonde gewechselt werden muss oder der Patient sich die Nasensonde gezogen hat.

Besser aber ist, eine klinische Schluckuntersuchung durchzuführen. Der Wasserschluck nach Daniels bietet sich hier an, oder ein ausführlicheres Screening.

Fazit

Schluckuntersuchungen mit einer nasogastralen Sonde sind möglich und auch wichtig. Nur so kann der richtige Zeitpunkt ermittelt werden, ab dem eine zusätzliche Substitution mit Sondenkost nicht mehr erforderlich ist und man neben konsistenzadaptierter Nahrung in Kombination mit hochkalorischer Kost den Patienten ausreichend und sicher oral ernähren kann.

Sofern der Patient mit einer PEG versorgt ist, hat dies keinen Einfluss auf die Schluckuntersuchung. In diesem Fall kann die Sonde bei der Wahl der Untersuchungsmethode außer Acht gelassen werden.

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