Keine Verordnung für Schluckuntersuchung? Zwei Alternative Wege.

„Ich bitte um fachlichen Rat bezüglich eines Parkinson-Patienten, der seit drei Monaten bei mir in Behandlung ist. Er hat definitiv eine Schluckstörung: Speichel läuft aufgrund der deutlich reduzierten Schluckfrequenz aus dem Mund, Tabletten werden oft nicht gekaut und verbleiben in der Wangentasche, häufiges Verschlucken beim Trinken. Stimulation am Mundboden, manuelle Schlucktherapie, Kräftigung der orofazialen Muskulatur führe ich durch, sehe aber keine Verbesserung. Daher möchte ich, dass der Patient in einer Schluckambulanz vorgestellt wird, der Hausarzt ist jedoch dagegen. Wie kann ich ihn überzeugen?“

Anwort

Der Arzt wird seine Ablehnung, eine Verordnung für einen Besuch bei einer Schluckambulanz auszustellen, sicher begründet haben. Ich vermute es war eine eher allgemein formulierte Absage. Deinem Patienten und dir bleiben damit zwei Möglichkeiten.

Wunsch gezielter begründen

Du kannst versuchen, deine Motivation für eine gezielte Untersuchung des Schluckaktes in einer Schluckambulanz präziser formulieren. Beziehe dich dabei vor allem auf Aspekte der Teilhabe am Leben und auf konkrete Fragestellungen.

„Mit dem Ziel einer objektiven Risikoabschätzung in Bezug auf Aspiration bei der Medikamentengabe erscheint mir eine ausführliche Befundung in einer Schluckambulanz notwendig.“

„Für eine Formulierung weiterer Zielsetzung in Bezug auf die Teilhabe des Patienten an der gemeinsamen Mahlzeit im häuslichen Umfeld ist aus meiner Sicht eine objektive Schluckuntersuchung mit Bildgebung wichtig, auch um die Effektivität kompensatorischer Maßnahmen zu überprüfen.“

Ausweichlösung Privatrezept

Sollte der Arzt auch darauf nicht reagieren, besteht die Möglichkeit, sich von Ihm ein Privatrezept ausstellen zu lassen. Mit deiner Begründung für die erforderliche Schluckuntersuchung kann der Patient dann zu seiner Krankenkasse und sich das Rezept genehmigen lassen.

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Dem Arzt ist geholfen, weil er einem Regress nicht näher kommt und deinem Patienten, weil er trotzdem an die notwenige Untersuchung kommt.

Grundsätzlich

Du solltest dir sicher sein, dass durch die Impulse der Schluckambulanz deine Therapie optimiert werden kann. Damit wirst du automatisch die besseren Argumente haben, deinen Wunsch vor dem Arzt oder der Krankenkasse zu begründen.

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